Neue Gesichtspunkte in der Gentrifizierungsanalyse

Veröffentlicht: 18. Februar 2011 in AG-Mieten
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In der Zeitschrift Analyse & Kritik ist heute ein Artikel erschienen, der die Gentrifizierung in einem neuen Zusammenhang beleuchtet.
Der Autor bringt den Wandel der Stadt mit dem Wanndel der Arbeit in Verbindung.
Besonders brilliant ist die Analyse im letzten Teil der Arbeit. Bisher haben viele das Argument hingenommen, dass Künstler und Studenten ein aktiver Bestandteil der Gentrifizierung sind und dadurch in einer Komplizenschaft zu den Immobilienspekulanten stehen.
Die neue Perspektive, die uns der Autor anbietet ist dagegen radikaler, im Sinne von tiefgehender und weiter gefasst.
Er bestätigt, dass die BewohnerInnen eines Viertel dessen Image, Charme, Lebensqualität usw. produzieren indem sie dort leben und arbeiten. Sie tun also etwas dafür, sie arbeiten dafür und schaffen etwas Neues. Man kann das sogar noch weiter fasssen als es der Autor tut. Selbst wenn jemand kein Café eröffnet, kein/e KünstlerIn ist, trägt sie/er doch zum Leben im Viertel auf ihre/seine Weise bei und schafft etwas und seien dies soziale Zusammenhänge durch Gespräche mit anderen Menschen/Nachbarn auf der Straße.
Weiterhin schreibt der Autor dass die Immobilienspekulanten dieses Produkt enteignen, indem sie nicht die Produzenten für ihr Produkt entlohnen. Sie kaufen und verkaufen oder vermieten Immobilien zu Preisen, in denen alle o.g. Faktoren mit berücksichtigt werden ohne dass sie selbst etwas zu deren Entstehen beigetragen haben.
Aber lest am besten den ganzen Text selbst.

Interessant ist jedoch, wie sich diese Werte nach der Verdrängung der ProduzentInnen entwickeln.
Es könnte sein, dass die VerdrängerInnen irgendwann in einem Viertel hocken das genau so leblos ist, wie das aus dem sie sich eigentlich freikaufen wollten.
Das was sie bezahlen verschwindet mit ihrem Erscheinen.
Ironisch, aber letztendlich gerecht.
Leider bedeutet es für die verdrängten ProduzentInnen oftmals viel Leid, aus ihrem sozialen Umfeld entfernt zu werden und das wollen wir nicht.

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