Die Miete irgendwann nicht mehr bezahlen zu können kann Jede_n treffen!

Veröffentlicht: 20. April 2011 in AG-Mieten, Presse, SAGA GWG
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Ende des Jahres erscheint wieder ein neu erstellter Mietenspiegel, der den Wohnungseigentümer_innen die juristische Begründung verleiht, die Mieten wieder zu erhöhen – eine Spirale immer weiter nach oben. Auch die SAGA-GWG mischt da kräftig mit! Es ist in Hamburg gesetzlich vorgeschrieben, dass ein qualifizierter Mietenspiegel alle vier Jahre neu zu erstellen und alle zwei Jahre „der Marktentwicklung anzupassen“ ist. Wir wollen das Zustandekommen des Mietenspiegels transparenter, verständlicher machen und Licht in diese „hoch wissenschaftliche“ Angelegenheit bringen, die uns als „sozial schüt- zend“ verkauft wird!
Wussten sie schon, wie sich der Mietenspiegel zusammensetzt?
Alle 4 Jahre wird eine Repräsentativ-Befragung bei ca. 10.000 Mieter_innen und Vermieter_innen durchgeführt. Deren Angaben gehen ein in die Berechnung der Mietenentwicklung. Es werden nur die Mieten bemessen, die sich in den vergangenen 4 Jahren verändert haben – also die, die in dieser Zeit erhöht wurden – ebenso wie Neuvermietungen. Mietsenkungen werden berücksichtigt, wirken sich aber wegen der absoluten Seltenheit nicht aus. Aber: Bestandsmieten, die sich in den letzten 4 Jahren nicht verändert haben (das sind nicht wenige) gehen NICHT in die Berechnung mit ein! Nur Mieten von nicht gefördertem Wohnraum werden herangezogen (keine Sozialwohnungen). Zusätzlichen Einfluss auf den Mietenspiegel haben: Verdichtung, Grünflächenanteil, ÖPNV-Anbindung, Lärmbelastung, Verkehrsbelastung – und:
Gebietsstatus
Der überwiegende Faktor, der im sog. Gebietsstatus steckt, sind die Grundstückspreise. Diese richten sich nach Angebot und Nachfrage des Grund und Bodens. Hier spielen dann auch neue teure Eigentumswohnungen oder Konzernansiedlungen (wie z.B. IKEA in Altona) eine große Rolle. Absurd: Zusätzlich erhöht wird ein Gebietsstatus dadurch, dass dort viele Menschen mit „guter“ Bildung wohnen – senkend wirken sich dagegen viele Kinder in der Umgebung aus!
Wohnlage
Entscheidend für die Einstufung der Wohnlage („gut“ oder „normal“) ist der Bodenrichtwert. Wenn z.B. ein Viertel „in“ wird und die Nachfrage wächst – und dadurch die Mieten und Eigentumswohnungspreise –, lässt das den Bodenrichtwert steigen, d.h. den Wert der Grundstücke (siehe Gebietsstatus). Wenn der Bodenrichtwert ein bestimmtes Maß überschreitet, wird aus der „normalen
automatisch eine „gute“ Wohnlage mit entsprechenden Mietpreissteigerungen! Für eine 50 qm Wohnung zahlt man da schnell 50 bis 110 Euro mehr im Monat für: Nichts!
Das Zustandekommen des Mieten- spiegels ist ein Skandal – wir werden ein Wörtchen mitreden.
MIETENWAHNSINN STOPPEN!

Dies ist der Text unseres neuen Flyers zum Mietenspiegel, den es hier zum Download gibt.

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