Mit ‘Hajduk’ getaggte Beiträge

Wir haben ein Gespräch mit Senatorin Hajduk erkämpft

Veröffentlicht: 23. Oktober 2010 in AG-Mieten, Presse, SAGA GWG, Treffen
Schlagwörter:

Am 19.10.2010 fand im Kollegiensaal des Altonaer Rathauses eine öffentliche Anhörung zum geplanten Abriss der Elbtreppenhäuser durch die SAGA statt.

Wir hatten uns mit mehreren Aktiven vor dem Rathaus getroffen, dort unser Transparent ausgerollt und unsere „SAGA Mieten runter, 2%“ Überwürfe angezogen.
Bis zum Beginn der Veranstaltungen sammelten wir Unterschriften und verteilten Einladungen zur nächsten MieterInnenversammlung.
Kurz vor Beginn betraten wir den vollbesetzten Saal und postierten uns direkt beim Podium, an dem schon die meisten Politiker aus dem Bezirk Altona und der Vorstand der SAGA/GWG Platz genommen hatten. Die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Anja Hajduk (GAL), die zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der SAGA/GWG ist kam pünktlich zu Beginn der Veranstaltung und nahm ihren Platz ein, nachdem sie von der Presse zufällig vor unserem schönen Spruchband fotografiert worden war.
Nachdem der Leiter der Veranstaltung, Robert Jarowoy Fraktionsvorsitzender der Partei DieLinke, die Nanwesenden vorgestellt hatte, meldete sich eine Aktive zu Wort und bat darum, im Namen der AG-Mieten einige Worte an Frau Hajduk richten zu dürfen.
Robert Jarowoy gewährte ihr dafür eine kurze Redezeit.
Unsere Forderungen wurden Frau Hajduk und Herrn Hoppenstedt also direkt vorgetragen, ohne dass sie ausweichen konnten. Anschließend wurde ihnen noch einmal unser offener Brief mit dem Hinweis übergeben, dass dieser bislang unbeantwortet geblieben war.
Daraufhin ergriff Frau Hajduk das Wort und rechtfertigte ihre ausgebliebene Reaktion auf den Brief damit, dass es nicht üblich sei einen offenen Brief persönlich zu beantworten. Sie lade uns jedoch gerne zu einem Austausch der Sichtweisen in ihre Behörde ein, wobei auch die Vorstände der SAGA/GWG, Basse, Hoppenstedt und Krebs anwesend sein sollen. Ein Terminvorschlag soll uns bald schriftlich zukommen.
Die Aktivistin hob hervor, dass uns an einer größeren Öffentlichkeit gelegen sei und wir das nicht hinter verschlossenen Türen diskutieren möchte.
Frau Hajduk bekräftigte, dass das Eine, das Andere nicht ausschließe.
Wir freuen uns, dass wir mit unserer Aktion Erfolg hatten und warten nun gespannt auf die Einladung.
Die Rede der Aktivistin wurde von den Anwesenden mit großem Applaus und Zustimmung aufgenommen. Das zeigt, dass wir an einem Thema arbeiten, dass wichtig ist und das alle anspricht.

Es gab auf NDR 90,3 am 20.10.2010 in den 9 Uhr Nachrichten einen Beitrag über die Veranstaltung um 12:45 gab es einen Beitrag zum Wohnungsmangel, in dem unsere Aktion ebenfalls Thema war.
Wer sich gerne die Videos von der Veranstaltung anschauen möchte, kann dies hier und hier tun.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

Was die Springer Presse am 12.10.2010 als Erfolg verkauft entspricht bei weitem nicht den Erfordernissen des Wohnungsbedarfs in Hamburg. Nach dem Größenwahn die Elbphilharmonie „um jeden Preis“ zu bauen und irren Spekulationen mit Riesenverlusten der HSH-Nordbank backt der Senat nun kleine Brötchen auf Kosten der BewohnerInnen Hamburgs. Hierbei sind besonders die unteren Einkommensschichten betroffen. In sozialer wie kultureller Hinsicht. Es ist nun schon ein Erfolg, wenn Mißstände sich nicht verschlimmern. Über Verbesserungen wird gar nicht mehr nachgedacht. Das die Zahl der Sozialwohnungen in Hamburg seit Jahrzehnten dramatisch abnimmt, ist kein Geheimnis. Das bedeutet für die Menschen in Hamburg konkret, dass es viel zu wenige Wohnungen mit Sozialbindung gibt. Wer in Hamburg eine Wohnung sucht und nicht viel Geld zur Verfügung hat, wie HatzIV EmpfängerInnen, prekär Beschäftigte, Minijobber, Studenten, ZeitarbeiterInnen, viele RentnerInnen, StudentInnen, Familien, Alleinerziehende, wird diese in absehbarer Zeit noch schwerer oder garnicht mehr finden. Auf dem Wohnungsmarkt gibt es auch so keine Konkurrenz durch eine ausreichende Zahl günstiger Wohnungen. Der Markt wurde so eingerichtet, das Vermieter mittlerweile fast frei sind bei der Bestimmung der Miethöhe. Da wird auch monate- oder jahrelanger Leerstand in Kauf genommen, bis sich der Wunschprofit realisieren lässt. D.h. der Mangel an sozial gebundenem und damit relativ günstigem Wohnraum betrifft alle MieterInnen in Hamburg, weil sich diese Tatsache in Form hoher Durchschnittsmieten auswirkt.
Demgegenüber gibt es einen Leerstand an Büro- und Gewerbeflächen von mehr als 1,2 Mio. Quadratmetern, mit stark zunehmender Tendenz. Hätte man anstatt dessen Wohnungen gebaut, wäre die Lage nicht so kritisch, wie sie ist.
Der Senat hat durch Mietgarantien in der Hafencity sogar dafürt gesorgt, dass weiterhin hohe Profite der Immobilienwirtschaft ohne Risiko, auf Kosten der Steuerzahler und zum Schaden für die Mehrheit der Menschen in Hamburg möglich sind.