Mit ‘Hamburg’ getaggte Beiträge

Das Hamburger Abendblatt machte heute Werbung für die Immobilienbranche. Unter dem Titel „BUNDESVERGLEICHIn 14 Städten sind Mieten noch höher als in Hamburg“ durfte die „F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH“ eine von ihr gemachte Untersuchung vorstellen. Das Unternehmen arbeitet für die Immobilienwirtschaft, Banken und Versicherungen.

Viele nachdenkliche Menschen wissen, dass Zahlen und Daten fast alles gestehen, wenn sie nur lange genug gefoltert werden.

Wie die Daten gewonnen wurden geht leider aus dem Beitrag nicht hervor.

Auf der eigenen Webseite schränkt das Unternehmen die Aussage aus dem Abendblatt schon ein „Teuerste Metropolen: München, Stuttgart, Köln, Frankfurt und Hamburg„. Hamburg liegt bei den deutschen Großstädten, nach der Untersuchungsmethode von F+B  also an fünfter Stelle.

Beim Betrachten der Tabelle fällt auf, dass alle Mittelstädte, die vor Hamburg liegen, zu den Metropolregionen von München, Stuttgart und Frankfurt gehören.

Wozu soll so ein Artikel (eine Werbung) dienen? Was hilft es jemandem, der in Hamburg seine gestiegene Miete kaum, oder nicht mehr, bezahlen kann, dass er oder sie, sie in anderen Städten noch weniger bezahlen könnte? Hier wird versucht von der immensen, sich stetig vertiefenden Kluft zwischen steigenden Mieten und sinkenden Einkommen abzulenken und eine soziale Schieflage mit billiger Propaganda zu verdecken. „Stellt euch nicht so an, anderen geht es noch schlechter“.

Solche versteckten Appelle sind unmenschlich, rückwärtsgewandt und nicht lösungsorientiert. Zumindest für die Menschen die fast nichts besitzen ausser ihrer Arbeitskraft. Aber für Millionen von Einzelschicksalen ist in den Statistiken der Reichen kein Platz.

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Die Demonstrationen fanden gestern in Hamburg, Berlin und Freiburg statt. Die Veranstalter in den drei Städten hatten eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben.

In Hamburg gingen mehr als 4000 Menschen (3000 nach Polizeiangaben) gegen den „Mietenwahnsinn“ auf die Straßen. Während der Demo machten sich 400 Leute auf zu einer Hausbesetzung in der Oberstraße um darauf aufmerksam zu machen, dass in Zeiten knappen Wohnraums Leerstand, vor allem der Spekulative,  als kriminell gewertet werden muß, Hausbesetzung jedoch ein Mittel ist, sich aus eigener Kraft von der Wohnungsnot zu befreien.

In Berlin protestierten 1200 Menschen gegen steigende Mieten und die Verdrängung von einkommensschwächeren Menschen aus der Stadt.

In Freiburg waren es 500 Menschen, die für bezahlbaren Wohnraum und eine Stadt für alle demonstrierten.

Der SPD-nahe, ziemlich konservative Mieterbund, der leider nicht mit zu den Demos aufgerufen hatte, nahm die Aktionen zum Anlass, vor einer Katastrophe am Wohnungsmarkt durch die, für sehr viele nicht mehr bezahlbaren Mieten zu warnen.

Update: Auf der Seite von „Mietenwahnsinn stoppen“ gibt es einen Pressspiegel zu den Protestaktionen am Wochenende und davor.

Das Umsonstfest steigt jetzt am Samstag, den 23. Juni von 14 Uhr bis abends in der Gefionstraße in Altona-Nord. Wie stets ist auch dieses Jahr auf dem Straßenfest alles umsonst.

Du kannst dir Dinge vom Umsonstflohmarkt mitnehmen, dich bei den Gerichten aus der Küche des Umsonstkiosk im Gängeviertel und des Frühstücksklubs bedienen oder bei Aroma Zapatista Kaffee trinken, dich über die Arbeit verschiedener Initiativen informieren, in den Chill-Out Ecken abhängen, dir das Bühnenprogramm anschauen oder in der Kinderecke mitmalen, basteln und bewegen. Du kannst aber auch mitmachen, indem du Dinge zum Verschenken mitbringst, selbst vorbereitetes Essen mitbringst (bitte vegetarisch), beim Auf- oder Abbau mithilfst oder selbst eine Aktivität zum Mitmachen anbietest.

Auf den beiden Bühnen haben wir dieses Jahr folgendes Programm: Draußen beginnt das Programm um 14 Uhr mit der Trommelgruppe DOONI DOONI. Später spielen mit ANNE SCHMETTERFEDER und KELDY & J.P. zwei Songwriter / Liedermacher Acts.
Auf der Bühne drinnen im Haus beginnt das Programm ab 16 Uhr mit der A Capella Combo ZUCKERRÖHREN. Ab 18 Uhr spielen KATALINA VUDU Latin Rock. Danach wird es ab mit zwei Punk Bands lauter, schneller, härter: erst CIRCUS RHAPSODY und dann ab 21 Uhr ANAESTETHIC. Es ist möglich, dass sich das Programm auf den Bühnen noch ändert.

Kommt vorbei und
bringt was mit
macht was mit
feiert mit

Hier findest du auch das vollständige Programm

Kontakt: Mobil: 0151 – 14 90 30 31 , E-Mail: umsonst-fest@web.de
Organisiert vom Arbeitskreis Lokale Ökonomie e.V.

Weitere Infos:
AK-LOEK
Coforum

Im linken Bildrand eine kleine schwarze Katze auf rosa Grund, die in der einen Hand einen Kochlöffel, in der anderen eine Bratpfanne hält.


Am 27.10.2011 findet die große „Mietenwahnsinn Symphonie“ in Hamburg statt.
Mit der Aktion soll ein akustischer Klangteppich für das Recht auf Stadt erzeugt und die Demonstration „Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften!“ am Samstag, den 29.10. unterstützt werden. Das Ganze wird vom FSK (Freies Sender Kombinat) begleiteet und rückgekoppelt.
Macht alle mit, es wird lustig und wir übertönen zusammen locker den nervigen Autoverkehr.

Wie die TAZ und das Hamburger Abendblatt heute berichteten, liegen die Mietpreise in Hamburg weit über dem Bundesdurchschnitt.
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt in Hamburg bei 9,50 € und damit um 3,70 € oder 38,95% höher als im Bundesdurchschnitt. Dabei schwanken die Preise zwischen 5,70 €/m² und 15,20 €/m², je nach Wohngegend und Stadtteil.
Von 2009 auf 2010 sind die Mieten damit wieder um 5% angestiegen. Also wesentlich stärker als die Inflationsrate. Von den Einkommen wollen wir hier erst garnicht sprechen.
Wir weisen schon länger darauf hin, dass gerade die preiswerten Mieten in den letzten Jahren prozentual überdurchschnittlich angestiegen sind. Dadurch sind Haushalte mit geringen Einkommen, die zumeist diesen preiswerten Wohnraum nutzen (müssen), besonders stark von dieser Entwicklung betroffen.
Die Gründe haben wir schon oft benannt. Sie können gerne in ältern Artikeln nachgelesen werden (Leerstand, auslaufende Sozialbindungen, Wohnungsnot)
Politisch wurde das Problem von der CDU/GAL Regierung beschönigt. Den Menschen, die die Miete an ihrem bisherigen Wohnort nicht mehr bezahlen konnten, wurde nahe gelegt nach außerhalb zu ziehen.
Doch auch dort steigen die Mietpreise mittlerweile immer weiter an. Weil der „freie“ Markt „es“ nämlich richtet.
Ob die SPD-Regierung eine grundsätzlich neue Orientierung vornimmt, die den materiell schlechter gestellten 2/3 der Menschen in dieser Stadt nützt, bleibt abzuwarten.
Wir empfehlen allen, die „Hamburger Erklärung zur Wohnungspolitik“ zu unterzeichnen.

Leerstand in Hamburg

Veröffentlicht: 26. September 2010 in AG-Mieten, Demo, Leerstand
Schlagwörter:, , ,

Die Zweckentfremdung von Wohnraum, der Leerstand von Wohn- und Gewerbeimmobilien wird angesichts der Wohnungsnot in Hamburg zum immer drückenderen Problem. Der Wohnraum ist knapp, die Mietpreise steigen rasant und die Obdachlosigkeit nimmt zu.

Das Märchen, dass der Markt schon alles richten wird glaubt mittlereweile kein vernünftiger Mensch mehr.

Der Mieterverein MhM macht schon lange auf das Problem aufmerksam.

Die kürzlich erlassenen Sparbeschlüsse des Senats, die drastische Personalkürzungen in den Bezirksämtern vorsehen, werden dazu führen, dass die Prüfungen aufgrund von Personalmangel noch weiter eingeschränkt werden.

Immobilienbesitzer, die Wohn- oder Gewerberaum leesrstehen lassen, gehen dabei kein finanzielles Risiko ein, da Leerstand steuerlich abzugsfähig ist.

Der Büro/Gewerbeleerstand in Hamburg steigt seit Jahren stetig und erreicht ständig neue Rekordmarken. Die 1,2 Mio. m² leerstehende Büro/Gewerbeflächen werden in den nächsten Jahren, aufgrund unverminderter Bautätigkeit und sinkenden Vermietungsquoten, noch einmal um 600.000 m² zunehmen. Trotz dieser Entwicklung, wird in Wilhelmsburg ein neues Fass aufgemacht.

Trotz Zweckentfremdungsverordnung, sind viele Wohnflächen gewerblich vermietet/genutzt.

In beliebten Stadtteilen wirkt sich der Leerstand von Wohnraum besonders drastisch auf die Preise aus. Hier einige Beispiele aus dem Schanzenviertel: Hamburger Abendblatt, TAZ.

Wer gerne ein Bild vom Leerstand hätte, kann sich hier und hier Bilder ansehen.

Wer der Meinung ist, dass es so nicht weiter gehen darf, kann dies auf der Demo am 23.10.2010 kund tun.